Auf in den Sattel und das Jülicher Land entdecken

Auf in den Sattel und das Jülicher Land entdecken

Titelbild: Viele Fahrradrouten führen an Jülich vorbei / Foto: Patrick Gawandtka

Ob in Jülich, der näheren Umgebung oder dem Nordkreis, ob Freizeitradler, Rennradfahrer oder Mountainbiker. Spannende und abwechslungsreiche Routen auf gut ausgeschilderten und präparierten Wegen machen das Radeln im Jülicher Land zum Wohlfühlfaktor.
Wer weite Strecken hinter sich bringen will, kann auf drei überregionalen Radwegen das Kreisgebiet von Norden nach Süden oder Osten nach Westen durchqueren. Ob eine Radtour entlang des Wassers, vorbei an Wasserburgen und –schlössern oder einfach nur durch die Weite der Natur, der RurUfer-Radweg, die Wasserburgenroute, die ViaBelgica und die Grünroute laden zum Entdecken ein.

Mit dem Fahrrad kann man auf verschiedenen Routen das Jülicher Land erkunden / Foto: Stadt Jülich/Huneke

Auf einer Strecke von 180 km verläuft der trinationale RurUfer-Radweg von der Quelle in Signal de Botrange (Belgien) über Monschau, Nideggen, Jülich und Heinsberg (Deutschland) bis nach Roermond (Niederlande). Hinter Jülich gelangt man zu dem letzten original erhaltenen Abschnitt der Rur. Es ist der einzig verbliebene Flusslauf in Nordrhein-Westfalen, der noch in seinem ursprünglichen Bett liegt und sich mäandrierend durch die Landschaft zieht. Ab Heimbach (bis Linnich) können die Etappen mit der Rurtalbahn verkürzt werden, die entlang der Rur in jeder größeren Ortschaft und Jülich hält.
Ab der Aussichtsplattform am „Signal de Botrange“ ist der RurUfer-Radweg bis Roermond einheitlich beschildert. Das Logo des RurUfer-Radwegs ist ein geschlängelter blauer Fluss auf grünem Untergrund, in französisch und niederländisch „Roer“ und deutsch „Rur“ ist der Name des Flusses auf dem Logo enthalten. Für zusätzliche Orientierung dienen die Knotenpunktesysteme der einzelnen Länder, die kleinere Ausflüge abseits der Rur ermöglichen und tiefer in die verschiedenen Landschaftsformen eindringen lassen.

Die Zitadelle lockt alljährlich Besucher aus der ganzen Welt an / Foto: Paul Wirtz

Im Rahmen des Projektes „Erlebnisraum Römerstraße | Agrippastraße – Via Belgica“ entstand 2014 ein kulturtouristischer Radweg im Rheinland, der von Köln bis Übach-Palenberg führt und die Wege der Römer „erfahrbar“ macht. Auf der Rad- und Wanderroute tauchen die Besucherinnen und Besucher in den Erlebnisraum ein, erfahren Spannendes und Interessantes zu den Straßen, den archäologischen Denkmälern am Wegesrand und den Sehenswürdigkeiten der Umgebung. In der Innenstadt von Jülich und am ehemaligen Verlauf der Via Belgica gelegen, befindet sich im Museum Zitadelle sowie in der Tourist-Information ein Dokumentations- und Informationszentrum.
Wo vor wenigen Jahrzehnten noch Bergbau betrieben und kohlrabenschwarzes Gold gewonnen wurde, breitet sich heute eine grasgrüne Landschaft mit kräftig blauem Himmel aus. Die Grünroute verbindet die Industriedenkmäler mit der neuen Naturverbundenheit der Region und lässt den Radfahrer diese Landschaft ganz neu und aus einer anderen Perspektive entdecken. Das einst zu den größten Steinkohle-Revieren Europas zählende Gebiet beherbergt Relikte aus Bergbauzeiten ebenso wie Überbleibsel einflussreicher Herzöge. Siedlungen von Bergarbeitern, alte Schlösser und Museen passieren den Weg und ehemalige Zechen, die heute in erholsame Parklandschaften umgewandelt sind, laden zum Verweilen ein. Die Grünroute verläuft durch die drei Länder Deutschland, Niederlande und Belgien, vorbei an Wiesen-, Äcker- und Weidelandschaften. Die Sophienhöhen-Route ist eine von der Grünmetropole empfohlene Neben-Route der Grünroute durch das Jülicher Land.
Die insgesamt 365 Kilometer lange Wasserburgenroute führt nahezu steigungslos am Rande der Eifel durch die wasserburgenreichste Region Europas. Entdecken kann man mit dem Rad die reizvolle Landschaft der Jülicher Börde und der rheinischen Bucht mit zahlreichen Kulturschätzen. An keinem Ort sonst findet man derart viele Wasserburgen auf so engem Raum wie in dem Dreieck der Städte Aachen, Köln und Bonn. Über 130 Burgen und Schlösser sind entlang der acht ca. 50 km langen Touren zu entdecken. So trifft man im Durchschnitt alle drei Kilometer auf die Zeitzeugen einer bewegten Geschichte. Durch das Jülicher Land führen die Route 3: „Wo einst Grafen und Herzöge regierten“ und Route 4: „Bilder einer Landschaft zwischen Kultur und Industrie“.

Jülich

Rund 2.000 Jahre Siedlungsgeschichte und ungewöhnlich gut erhaltene historische Gebäude: Jülich nimmt seine Besucher mit auf eine Zeitreise. Bereits im vierten Jahrhundert befestigt, blieb das heutige Stadtgebiet über Jahrhunderte hinweg ein Zentrum der Festungsbaukunst.

Iuliacum – strategisch bedeutsam

Erklären lässt sich die lange Siedlungsgeschichte und die Bedeutung Iuliacums, so der römische Name der Stadt, mit deren Lage: Denn die römische Fernstraße Via Belgica führte hier an einer Verengung des schwer passierbaren Rurtales entlang. Die Römer erkannten die strategische Bedeutung der hier befindlichen Furt. Ihre Siedlung war etwa 13 Hektar groß und umschloss den heutigen Marktplatz.

Hexenturm, Zitadelle und Brückenkopf-Park

Wer sich nach Jülich begibt, dem fällt als erstes der imposante Hexenturm ins Auge, das einzige noch bestehende von ursprünglich vier Stadttoren. Er ist eines der Wahrzeichen Jülichs. Ebenfalls beeindruckend: die Zitadelle Jülich. Einst Bestandteil der Festung Jülich, ist die im Stil der italienischen Hochrenaissance erbaute Zitadelle die älteste ihrer Art nördlich der Alpen. In ihrem Innern finden sich ein Museum und ein Dokumentationszentrum zur Via Belgica, in dem es unter anderem einen Originalquerschnitt der römischen Straße zu entdecken gibt.

Informationen zu den napoleonischen Festungsbauten bekommen Besucher Jülichs im Brückenkopf-Park, an dessen Haupteingang eine Einstiegsstele auf den Erlebnisraum Römerstraße hinweist.

INFO JÜLICH:
Jülich ist direkt an der A44 (Aachen – Düsseldorf) gelegen, auch die A4 (Köln – Aachen) und die A61 (Koblenz – Mönchengladbach) sind in nur wenigen Fahrminuten zu erreichen.
Über die Rurtalbahn ist die Stadt ebenfalls sehr gut ans Verkehrsnetz angeschlossen.

SEHENSWÜRDIGKEITEN
IM ERLEBNISRAUM RÖMERSTRASSE:
A SÜDBASTION ZITADELLE
B SCHLOSS ZITADELLE
C HISTORISCHE MEILENSTEINSTATION
D RURÜBERGANG MIT BRÜCKENKOPF
E HEXENTURM

Stadt Jülich
Tel.: 0 24 61 63 0
www.juelich.de
Tourist-Information Jülich
Tel.: 0 24 61 63 419
www.juelich.de/tourist-information

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.