ESSEN – Vom Werden einer Metropole

ESSEN – Vom Werden einer Metropole

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Sie ist älter als Berlin, Dresden oder München: rund 1.160 Jahre wechselvoller Geschichte liegen bereits hinter Stift und Stadt Essen. Essen lebt nicht nur von einer einzigartigen Vergangenheit, sondern auch von jenem typischen Ruhrgebiets-Menschenschlag. In einer Stadt, die 588.000 Menschen Heimat nennen und deren Gastfreundschaft mehr als doppelt so viele zu schätzen wissen – Jahr für Jahr. Aus vielerlei Gründen.

Starke Frauen

Am Anfang standen nicht etwa Kohle und Stahl, sondern Essens starke Frauen. Es war um 850, als Altfrid, der spätere Bischof von Hildesheim, ein Stift für Töchter des sächsischen Hochadels gründete. Deren Wirken und spätere Macht offenbart sich noch heute in der Essener Domschatzkammer und besonders markant in Form der mehr als 1.000 Jahre alten Goldenen Madonna, der ältesten vollplastischen Marienfigur des Abendlandes.

Von Kohle und Stahl zur Kulturhauptstadt

Die goldenen Wurzeln der Stadt, sie mögen weit in die Vergangenheit zurückreichen. Tief unter der Erde jedoch schlummerte auch damals schon das schwarze Gold, das Essen schließlich zu einem der weltweit bedeutendsten Zentren der Montanindustrie machen sollte. Was vor nunmehr 200 Jahren, im Jahr 1811, in Altenessen mit der Gussstahlfabrik Friedrich Krupps begann, verwandelte sein Sohn Alfred zum größten Stahlkonzern des 19. Jahrhunderts.
Erzählt wird diese vielleicht bedeutendste Geschichte der Stadt unter anderem im Ruhr Museum, dem „Gedächtnis und Schaufenster der Metropole Ruhr“. Und für ein solches kann es in Essen nur einen Standort geben: die Zeche Zollverein. Diese wurde 2001 in Verbund mit der sich anschließenden Kokerei zur UNESCO-Welterbestätte erhoben. Wo einst Kohle und Koks den Alltag bestimmten, erhebt sich heute der Doppelbock als Sinnbild einer neuen Art von Gestaltungskraft, die das komplette Revier elektrisierte: der Industriekultur. Der stählerne Gigant beherbergt in der ehemaligen Kohlewäsche nicht nur das Ruhr Museum, sondern ist, verteilt über das gesamte Areal, randvoll gefüllt mit Kunst, Kultur und Kreativität.
Kein Wunder also, dass unter dem Motto „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“ Essen 2010 als Bannerträgerin für das gesamte Ruhrgebiet von der UNESCO zur Kulturhauptstadt Europas gewählt wurde. Eine Auszeichnung, die Stadt und Region nachhaltig geprägt hat.

Kunst, Kultur und Kreativität

Zu Beginn des Kulturhauptstadtjahres wurde das Museum Folkwang mit seinem spektakulären Chipperfield-Neubau wiedereröffnet. Nicht erst seitdem zählt es zu den renommiertesten Kunstmuseen der Welt.
Inbegriff für schnörkellose Eleganz ist ebenso das 1988 vom finnischen Architekten Alvar Aalto entworfene Opernhaus. Es gehört mittlerweile zu den besten in Deutschland und genießt auch international hohes Ansehen. Den Vokalisten des Hauses stehen das Aalto Ballett Theater Essen und die Essener Philharmoniker dabei grundsätzlich in nichts nach; letzteren wurde mit der Philharmonie Essen im traditionsreichen Saalbau von 1905 ein zusätzliches, hochgeschätztes Refugium geschaffen. Ebenfalls eine der besten kulturellen Adressen des Landes ist das Grillo-Theater, mehrfach ausgezeichnet für seine unprätentiösen, jungen Inszenierungen.

Entertainment

Essen ist Kultur-Hochburg – und das nicht nur für Hochkultur. Die freie Kulturszene erfreut seit Jahren ein stetig wachsendes Publikum. Und auch in Sachen Entertainment wartet die Stadt mit vielerlei Highlights auf. Der Lichtburg etwa, Deutschlands größtem historischen Filmpalast, dem GOP Varieté Theater oder der legendären Grugahalle. Und auch im Entertainment lebt die Industriekultur fort: Sei es in der Zeche Carl, die sich als soziokulturelles Zentrum und mit Bühnenveranstaltungen einen Namen gemacht hat. Sei es in der ehemaligen „VIII. Mechanischen Werkstatt“ der Firma Krupp, die heute als Colosseum Theater der Schauplatz für Bühnenshows und Musicals in Essen ist.

Ausgehen und Shopping

Wer zum Abschluss eines erfüllten Tages noch ausgehen möchte, den führen kurze Wege zu den zahlreichen Bars und Restaurants in die Innenstadt oder auf die beliebte „Rü“, wie die Rüttenscheider Straße liebevoll genannt wird. Sie gilt als beliebteste Shopping- und Flaniermeile außerhalb des Stadtkerns. Die Innenstadt wiederum fährt von der auswahlstarken Shopping-Mall bis zum inhabergeführten Spezialgeschäft alles auf, was einen Einkaufsbummel zu einem Erlebnis macht, denn Essen ist und bleibt „Die Einkaufsstadt“.

Natur und Freizeit

Die natürlichen Reize dieser Stadt erschließen sich den Besuchern ganz ohne Statistik: Essen ist heute die drittgrünste Stadt Deutschlands und Grüne Hauptstadt Europas 2017. Deren beliebteste grüne Lunge ist der 70 Hektar große Grugapark. Im tiefsten Süden gleichwohl läuft die Stadt in Sachen Grün zur Höchstform auf. Hier liegt der acht Kilometer lange Baldeneysee und damit Urlaub in der Luft. Und über allem thront die Villa Hügel, einst Stammsitz der Familie Krupp, heute Ausstellungsort der Extraklasse. Und wer die vielseitigen Facetten und Industriekulturhighlights der Stadt lieber auf dem Drahtesel erfahren möchte, dem stehen rund 160 Kilometer gut ausgebauter Radwege zur Verfügung. Das Grün vor Augen, die Ruhr zur Seite, die Sonne im Rücken – hier zeigt sich das Revier von seiner schönsten Seite.

www.essen-tourismus.de

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“

Seit Mitte Januar ist Essen offiziell „Grüne Hauptstadt Europas“ und damit Durchführungsort für vielfältige Aktionen, die über das gesamte Jahr geplant sind. Dazu zählte der 2. Bundeskongress „Grün in der Stadt – Für eine lebenswerte Zukunft“, der Anfang Mai im Essener Colosseum Theater stattfand.

Grün in der Stadt – Foto: Stiftung Zollverein

Zu den Highlights zählte die anlassbezogene Gestaltung des Bühnenbildes mit Echtpflanzen. Die über 200 Pflanzen entstammten aus Arten, die in der urbanen Begrünung zum Einsatz kommen – darunter vier Meter hohe Buchen und eine Rasenfläche von 60 Quadratmetern, die zusammen mit Parkbänken aus einer städtischen Parkanlage, einer Leihgabe des Grünflächenamtes, die Szenenfläche bildeten. Die Pflanzen wurden anschließend an soziale Projekte gespendet. Die grüne Stadtentwicklung stand im Fokus des zweitägigen Bundeskongresses, zu dem das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Vertretern aus Politik und Praxis, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Delegierte aus dem europäischen Ausland ins Colosseum nach Essen geladen hat. Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks stellt auf dem Kongress das Weißbuch „Stadtgrün“ vor, welches auf einem mehrjährigen Diskurs über den Stellenwert der urbanen grünen Infrastruktur basiert. Die Entscheidung für die Verleihung des Titels „Grüne Hauptstadt Europas 2017“ durch die Europäische Kommission an die Stadt Essen fiel bereits am 18. Juni 2015. Mit dem Titel wird eine europäische Stadt ausgezeichnet, die nachweislich hohe Umweltstandards erreicht hat und fortlaufend ehrgeizige Ziele für die weitere Verbesserung des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung verfolgt.

Familienführung im Rahmen der Sonderausstellung „Grün in der Stadt Essen“

21.05.2017 bis 27.08.2017
Welterbe Zollverein
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
www.zollverein.de

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