Größter Chinesischer Garten Deutschlands in Weißensee

Größter Chinesischer Garten Deutschlands in Weißensee

Schon auf der Autobahn locken Schilder Touristen zum Chinesischen „Garten des ewigen Glücks“ nach Weißensee in Thüringen. Hier wurde 2011 mit originalen und in China vorgefertigten Bauteilen der größte chinesische Flächengarten in Deutschland errichtet. Bei der Einweihung sprachen der chinesische Botschafter und weitere Gäste aus Fernost sogar von einem begehbaren Kunstwerk.


Der „Garten des ewigen Glücks“ ist in seiner Gestaltung der Wegeführung an einen Drachen angelehnt. Auf geschwungenen Pfaden geht es vorbei an kleinen Skulpturen und die original gefertigten Pagoden laden zum Verweilen ein. Die Harmonie zwischen Mensch und Natur steht im Zentrum der Gartenidee. Die einmalige Landschaft aus Wasser, Steinen, Gebäuden, Wegen und dekorativen Gestaltungselementen wurde in traditioneller Manufakturarbeit vorgefertigt und durch chinesische Fachkräfte errichtet.
Im Mittelpunkt des Gartens befindet sich der „Teich der vier Jahreszeiten“. Ein Steg in einer für chinesische Gärten typischen Zick-Zack-Anordnung verbindet Tee- und Hochzeitspavillon. Ein fließendes Gewässer begleitet die Besucher auf ihren Rundgängen. So wird der Chinesische Garten sowohl als ruhiger, aber auch als aktiver Ort erlebenswert.


Effektvoll eingebunden ist auch der Gondelteich der Stadt, auf dem ein Seepavillon für stilechtes chinesisches Flair sorgt. „Wir erleben China hier intensiver als in der Heimat“, so zeigen sich die Partner aus dem Konfuzius-Institut der Fachhochschule Erfurt immer wieder beeindruckt, wenn sie hier im Garten musizieren, Taiji praktizieren oder die Kunst der Kalligraphie vorführen.


Aber nicht nur fernöstliche Gartenkunst lohnt den Weg nach Weißensee. Die Mittelalterstadt hatte bereits für die Thüringer Landgrafen eine strategische Bedeutung. Kaum jemand ahnt heute etwas von der historischen Bedeutung der Thüringer Kleinstadt Weißensee im Hochmittelalter. Dabei gibt es wohl keinen vergleichbaren Ort, der die Thüringer Geschichte so authentisch darstellt. Das Wirken der Thüringer Landgrafen ist eng mit der Entwicklung der Stadt verknüpft.


Weißensee, von einem mittelalterlichen Chronisten um das Jahr 1500 als das „herzce zu doringen“ bezeichnet, wird im Hochmittelalter planmäßig ausgebaut und hat eine enorme Bedeutung für die Thüringer Fürsten. Das belegen nicht nur authentische Überlieferungen von Schlachten und Belagerungen, sondern auch die nachgewiesene Anwesenheit der Heiligen Elisabeth von Thüringen und mit Walther von der Vogelweide, Heinrich Hetzbold von Weißensee, mittelalterliche Superstars des Minnesangs.


Steinernes Zeugnis der höfischen Macht im Mittelalter ist die Burg Weißensee/ Runneburg. Seine Blüte erlebte die prachtvolle Residenz ab 1168 unter Landgräfin Jutta, Gemahlin Ludwigs des Eisernen und Schwester von Kaiser Friedrich I. Barbarossa.
Auch die mächtige Stadtkirche St. Peter und Paul strahlt nach aufwändiger Sanierung wieder in altem Glanz. Sie war lange Zeit ein Wallfahrtsort, wo man heute wieder die geheimnisvolle Geschichte um den angeblichen Mord am „Guten Conrad“ und dem darauf folgenden Judenpogrom ergründen kann. 1539 wird in Weißensee die Reformation eingeführt. Martin Luthers Wittenberger Kollege Philipp Melanchthon weilt im Frühjahr 1539 und erneut  im Jahr 1540 zu einer Kirchenvisitation in der Stadt.


Noch heute  ist im Innenraum der Kirche ein Ensemble (z.B. mit einem lebensgroßen Bild Martin Luthers)  erhalten, wie es dies in Deutschland sonst kaum gibt.


Praktizierte Reformationsgeschichte zeigt sich auch sehr deutlich im Compositaltar. Hier sieht man eine Krönungsszene. Dargestellt sind Gott und Jesus Christus. Allerdings ist die Jesusfigur verändert worden. Die ursprünglich dargestellte Maria wurde mit einem Bart versehen, um dem Zeitgeist der Reformation Rechnung zu tragen, ohne auf den prachtvollen Altar verzichten zu müssen.  Die „Maria mit dem  Barte“  gilt als einmalig.

www.weissensee.de

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