Stadt Jever – friesisch herbe Schönheit

Stadt Jever – friesisch herbe Schönheit

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Titelbild: Schlachtmühle in Jever

Die Sage von Fräulein Maria

An Fräulein Maria kommt in Jever niemand vorbei. Obwohl sie vor mehr als 400 Jahren starb – oder, wie man in Jever sagt, seit 1575 nicht mehr gesehen wurde – ist Maria allgegenwärtig: Eine Straße, ein Denkmal, ein Gymnasium und eine Kirchenglocke tragen ihren Namen. Sie war es, die Jever „am ersten Mittwoch im Fasten“ – dem Aschermittwoch – 1536 die Stadtrechte verlieh. Maria von Jever, so ihr offizieller Name, regierte die Stadt und die dazugehörigen Ländereien so geschickt, dass sich Jever bis heute Marienstadt nennt.
Die für eine Frau ungewöhnliche Rolle der Regentin fällt Maria als Tochter des letzten Häuptlings der Friesen, Edo Wiemken des Jüngeren, zu. Sie wird 1500 geboren, ihre Eltern sterben früh und als auch ihr Bruder ums Leben kommt, steht Maria als Nachfolgerin fest. Allerdings ist sie noch zu jung, um die Regentschaft zu übernehmen. Ihre Vormünder einigen sich mit Graf Edzard von Ostfriesland auf einen Heiratsvertrag, der ihm die Schutzherrschaft über das Jeverland sichert. Die Ostfriesen halten ihr Versprechen aber nicht, sie besetzen Burg Jever. Der ostfriesische Drost Boing von Oldersum kommt Maria zu Hilfe und vertreibt die Eindringlinge. Er gilt später als Marias Geliebter.

Maria von Jever / Foto: Gouwenaar

Entgegen der Gepflogenheiten heiratet Maria keinen Sohn eines Grafen, sondern regiert das Land mit eisernem Willen und Geschick selbst. Sie erweitert ihr Herrschaftsgebiet, lässt Deiche bauen, fördert den Handel und gestaltet die Festung Jever zu einem Renaissance-Schloss um. Um 1564 schafft sie in der Stadtkirche ein Denkmal für ihren Vater Edo. Das imposante Grabmal im niederländischen Renaissancestil ist bis heute erhalten und gilt als bedeutendstes Kunstwerk Jevers. Da Maria keine Kinder bekommt, stirbt mit ihr die Dynastie der Häuptlingsfamilie Papinga aus, die in Friesland seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts regierte. Eine Legende besagt, Maria sei 1575 in einem unterirdischen Gang im Schlosspark verschwunden. Wie schon damals läutet noch heute – bis zu ihrer Wiederkehr – jeden Abend die Marienglocke im Turm der Stadtkirche.

Brauerei Jever

Friesisches Brauhaus zu Jever

Sie sind nicht zu übersehen, prägen das Stadtbild mit futuristischem Glanz aus verspiegeltem Glas und passen sich doch vollkommen an die traditionsbewusste Architektur des friesischen Städtchens Jever an. Die 32 Meter hohen, glänzenden Türme des Friesischen Brauhauses zu Jever sind längst zu einem Wahrzeichen der Marienstadt geworden.
1848 als kleine Privatbrauerei in Jever gegründet, steht das Friesische Brauhaus zu Jever heute für traditionsreiche Braukunst und höchste Qualität. In einer der modernsten Brauereien Deutschlands wird das berühmte Jever Pilsener gebraut. Dank einer konsequenten Markenpflege und klaren Positionierung gehört Jever Pilsener zu den Top Ten der deutschen Premium-Biere und ist eine von nur wenigen nationalen Biermarken. Trotz der modernen Technik hat sich das klassische Brauverfahren nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 unter ausschließlicher Verwendung von Malz, Hopfen, Wasser und Hefe im Kern bis heute nicht geändert. Das macht eine Führung durch das Friesische Brauhaus zu Jever einschließlich des Besuchs des historischen Brauereimuseums deutlich.

Im Schlosspark Jever

Sehenswürdigkeiten in Jever

An den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt ist erkennbar, dass Jever auf eine mehr als tausendjährige wechselhafte Geschichte zurückblicken kann, die überall ihre Spuren hinterlassen hat. Im Mittelpunkt steht das Schloss mit seinem weithin sichtbaren Zwiebelturm und der Kassettendecke im Audienzsaal. Auch die Brunnen und Denkmäler sowie das Glockenspiel haben jeweils einen historischen Hintergrund und geben Aufschluss über die Legenden oder wichtigen Ereignisse der Stadt. Gleiches gilt für die Grünanlagen in der Innenstadt, die vor Jahrhunderten entstanden sind und sich heute zu Orten der Ruhe und Entspannung entwickelt haben.

Im Schlosspark Jever

Museen in Jever

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Stadt Jever zu einer kleinen Museumsstadt entwickelt. Zunächst gab es nur das kulturhistorische Museum im Schlossmuseum Jever, das durch zahlreiche Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen im Schloss noch erheblich an Attraktivität gewonnen hat. Später wurde dann mit dem landwirtschaftlichem Museum in der Schlachtmühle eine interessante Erweiterung geschaffen. Das Brauereimuseum erfreut sich aufgrund seiner räumlichen und sachlichen Nähe zum Friesischen Brauhaus ebenfalls einer großen Beliebtheit.
Die beiden neueren Einrichtungen „Feuerwehrmuseum“ und „Bismarck-Getreuenmuseum“ ergänzen das bisherige Angebot in besonderer Weise, sodass die Stadt Jever sich seinen Gästen in der Tat als Stadt der Kunst, Sage und Geschichte präsentieren kann. Das Gröschlerhaus ist kein Museum im eigentlichen Sinn. Bei dieser Einrichtung handelt es sich um das Zentrum für Jüdische Geschichte und Zeitgeschichte der Region Friesland / Wilhelmshaven.

www.stadt-jever.de
www.ostfriesland.de

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