Torgau – Stadt der Renaissance und Reformation

Torgau – Stadt der Renaissance und Reformation

- in Bundesländer, Sachsen-Anhalt

Titelbild: Schloss Hartenfels, Großer Wendelstein / Foto: Andreas Franke

Torgau hat sich als ehemalige kursächsische Residenzstadt im 16. Jahrhundert viele prunkvolle Bauten bewahren können und ist heute eine der schönsten Renaissancestädte Deutschlands. Martin Luther stellte in seinen Tischreden fest: „Torgaus Bauten übertreffen an Schönheit alle aus der Antike, selbst der Tempel des Königs Salomo war nur aus Holz.“

Stadtkirche St. Marien Torgau / Foto: Wolfgang Sens

Die Stadt an der Elbe gilt als politisches Zentrum der Reformation. Nachweislich rund 60 Mal weilte der Reformator hier. Die authentischen Reformationsorte, u.a. die Schlosskapelle – der erste protestantische Kirchenbau, am 05. Oktober 1544 von Martin Luther persönlich geweiht und die Stadtkirche St. Marien mit dem Grabstein der Lutherin können noch heute besichtigt werden.

Torgau, Blick zum Schloss Hartenfels / Foto Dirk Brzoska

Schloss Hartenfels ist das bedeutendste Schloss der deutschen Frührenaissance und galt lange Zeit als modernstes Wohnschloss Sachsens. Die drei Braunbären Jette, Bea und Benno im Schlossgraben begeistern große und kleine Besucher.

In der Ausstellung „Standfest. Bibelfest. Trinkfest: Johann Friedrich der Großmütige – der letzte Ernestiner Kurfürst“ in den Kurfürstlichen Gemächern des Schlosses kann man mehr über das Leben zur damaligen Zeit erfahren. Im Mittelpunkt der multimedialen Exposition stehen der Kurfürst und seine Gemahlin Sibylle von Cleve. Johann Friedrich residierte in den Jahren von 1533 bis 1547 vornehmlich in Torgau. Er gilt als führender weltlicher Wegbereiter der Lehre Martin Luthers in seiner Zeit.

Renaissancerathaus Torgau, Markt- und Marktbrunnen / Foto: Wolfgang Sens

Weitere rund 20 Museen und Ausstellungen laden ein, sich mit der über 1000jährigen Stadtgeschichte zu beschäftigen. So kann man in der Katharina Luther Stube, dem einzigen Museum für die Lutherin oder im Priesterhaus des Georg Spalatin Reformationsgeschichte hautnah erleben. Es wurde 1493/94 erbaut und aufwändig restauriert. Georg Spalatin, der „Steuermann der Reformation“, lebte hier. In der Ausstellung „Klang & Glaube“ wird auf sein Lebenswerk eingegangen und die vom „Urkantor“ der Reformation Johann Walter geprägte Musik der Reformation durch Exponate und Klangerlebnisse wieder lebendig.

Dass Torgau unter Napoleon zur Festung ausgebaut wurde, lässt sich an vielen Stellen im Stadtbild nachempfinden. Im 20. Jahrhundert wurde die Elbestadt zum Haftort. Hier befanden sich die Zentrale der Wehrmachtsjustiz im 2. Weltkrieg, später ein sowjetisches Speziallager und eine DDR-Haftanstalt. Der einzige geschlossene Jugendwerkhof der DDR hatte seinen Sitz in Torgau und ist heute Gedenkstätte. Der Name „Torgau“ ging um die Welt, als sich im April 1945 sowjetische und us-amerikanische Soldaten auf der zerstörten Elbebrücke die Hand reichten.

Tägliche öffentliche Stadtführungen geben von Ostern bis Oktober einen Überblick über alles Sehenswerte und die abwechslungsreiche Stadtgeschichte.

Informationen:
Torgau-Informations-Center
Markt 1
04860 Torgau
Telefon 03421 70 140
www.tic-torgau.de

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