Wo Wälder, Weiden und Wiesen zum Wintermärchen werden: Die Lüneburger Heide

Wo Wälder, Weiden und Wiesen zum Wintermärchen werden: Die Lüneburger Heide

Hotelempfehlungen aus der Region

Viele Besucher sind alleine ihretwegen schon in den Luftkurort gereist: Die Filmstudios Bendersdorf. Hier entstanden nicht nur viele Kulturschätze des Landes, auch den ersten großen Nachkriegsskandal der Filmgeschichte haben die Kameras dieser Studios aufgezeichnet: Hildegard Knef, nackt, im packenden Film „Die Sünderin“.
Heute lockt das Gebäude des ehemaligen Studios als Filmmuseum zahlreiche Touristen aus der ganzen Welt an. Gerade während der frostigen Winterzeit auch ein absolut empfehlenswertes Ausflugsziel. Darüber hinaus bietet das Kleinod eine malerische Landschaft: Umgeben von dunklen, mit schneebedeckten Wacholdern und glitzernden Teichen haben Stress und Alltag keinen Platz mehr. Der Mensch kommt zur Ruhe und genießt genau das, was er sonst so selten hat: Zeit.

Bendersdorf ist ein romantischer Ort inmitten der sagenumwobenen Lüneburger Heide. Während die unberührte Natur im Frühjahr und Sommer mit einem Blütenmeer und zahlreichen Tierarten viele Urlauber anzieht, ist der Winter in der Heide für jene genau das richtige, die sich nach Ruhe, Entschleunigung und Gelassenheit sehnen. Nicht umsonst ist der Winter die Lieblingsjahreszeit der Heidjer, der Bewohner der Lüneburger Heide.

 

Entspannte Momente und erlebnisreiche Tage

Neben entspannten Momenten auf der Hotelterrasse, eingewickelt in die Kuscheldecke mit einem heißen Kakao in der Hand, bietet die Lüneburger Heide natürlich auch ein facettenreiches Freizeitprogramm: Skilanglauf zum Beispiel. Liegt im Flachland genügend Schnee, werden die Langlaufloipen gespurt. Für den Norden zwar eher untypisch, dafür aber umso erlebnisreicher, alleine schon wegen der ungewöhnlichen Strecken. Auch Winterwanderungen sind bei Einheimischen wie Urlaubern sehr beliebt, schließlich bietet die Region eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten. Dick eingepackt mit Schal, Mütze und Stiefeln, geht es zum Beispiel rund um den Totengrund – ein mystisches, malerisches Tal inmitten eines autofreien Naturschutzgebietes. Glitzernd, knisternd und mysteriös präsentiert sich zu dieser Jahreszeit auch der Jastorfer See, und wenn der Winternebel die Naturschönheiten Osterheide, Wilseder Berg oder Lüßwald in ein trübes Licht taucht, fühlen sich die Wanderer wie in einem Märchen. Ist dann nichts mehr zu hören, außer dem knirschenden Schnee unter den Schuhen, entfaltet sich ein wohltuendes Gefühl der Entspannung.

Wahrlich warm und wohlig

Aufgewärmt wird sich dann in einer der zahlreichen Wellness-Einrichtungen in der Umgebung, darunter das Südsee-Badeparadies. Hier planschen die Kinder zwischen Bananen und Palmen, rasen mit Karacho durch den Wildwasser-Canyon, während die Großen sich in der Saunalandschaft entspannen oder in der Kontiki-Bar einen karibischen Fruchtsaft genießen.

Hotel Tipp: Hof Springhorn

Hof Springhorn – Eine Ferienanlage mit Herz für Familien und Reitsportfans

Entstehung der Lüneburger Heide

Landschaft aus dem Gletscher – Wo einst riesige Gletscher das Landschaftsbild bestimmten, ist heute eine einzigartige Kulturlandschaft aus Wäldern, Mooren und Heideflächen anzutreffen – die Lüneburger Heide.

Rückblick: Noch ist das Land mit Eis bedeckt. Doch durch einen starken Temperaturanstieg bewegen schmelzende Gletscher Massen von Sand und Steinen und hinterlassen dank eines Geröll-Staus die höchste Erhebung der nordwestdeutschen Tiefebene, den 169 m hohen Wilseder Berg.
Riesiger Mischwald breitet sich aus, der allein von Mooren und Bachläufen durchbrochen wird. Dies ist das Ende der Eiszeiten und der Beginn einer einzigartigen Kulturlandschaft.

Vom Menschen geschaffen

In der Jungsteinzeit siedeln sich erste Heidebauern an, roden Wald und betreiben Ackerbau. Doch mangels Dünger müssen ausgelaugte Flächen der Natur überlassen werden und das genügsame Heidekraut erobert die Landschaft.
Im Mittelalter entdecken die Heidebauern dank der Schafzucht mit der Heidschnucke eine neue Wirtschaftsweise. Das anspruchslose Tier ist Woll-Lieferant und Dünger-Produzent für den Ackerbau. Doch der Dünger reicht nicht aus und muss gestreckt werden. Mit sogenannten Plaggen-Hieben entreißt der Bauer dem Boden das Heidekraut samt Humusschicht.

Die schwere Tätigkeit, das Plaggen, hat schließlich das Wort „Plackerei“ hervorgebracht, das bis heute ein beliebtes Synonym für körperlich harte Arbeit ist.
Neben der Heidschnucke macht sich auch die Biene unentbehrlich. Die weiten, baumlosen Heideflächen eignen sich hervorragend für die Imkerei. Wolle, Bienenwachs und Honig sind nun wichtige Erzeugnisse der Heidebauern. Doch Anfang des 19. Jahrhunderts verdrängen Merinowolle, Petrolium und Rohrzucker die Heide-Produkte.
Aus der Not verkaufen Heidebauern ihr Land und die Flächen werden aufgeforstet.
An dieser Stelle hätte die Geschichte der historischen Heide-Kulturlandschaft leicht ein Ende finden können. Doch die Einführung von Mineraldünger ermöglicht es, Heidekartoffeln und Getreide auf unfruchtbarem Heideboden anzubauen. Die Folge: immer mehr Heideflächen verschwinden in vielen Teilen Europas von der Landkarte, außer in der Lüneburger Heide. Denn hier gründet sich einer der ersten Naturschutzvereine Deutschlands und sorgt noch heute für ihren Erhalt.

Fotos: ©Lüneburger Heide GmbH

www.lueneburger-heide.de

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