Oberstaufen im Allgäu – das einzige Schroth-Heilbad

Oberstaufen

Wein, Wickel, Wasser und Bewegung: Diese Grundelemente haben sich seit 180 Jahren als natürliches Anti-Aging bewährt. In Oberstaufen im Allgäu hat man diese Kur nach Johann Schroth allerdings den modernen Bedürfnissen angepasst.

Pure Wellness ist es nicht. Eine Schrothkur beginnt bereits in aller Früh, wenn die Packerinnen die Kurgäste für rund zwei Stunden zum Schwitzen in mehrere Lagen Tücher und Decken wickeln. Doch nur so funktioniert sie, die Kur, die der schlesische Fuhrmann Johann Schroth vor über 180 Jahren entwickelt hat. Auch wenn damals Fast-Food und zu wenig Bewegung noch nicht die Hauptursache für Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren, gesund haben die Menschen trotzdem nicht unbedingt gelebt.

Die vier Säulen der Schrothkur

Diät, Packungen, Schroth’sche Trinkverordnung, Ruhe und Bewegung

Im Zentrum der Schrothkur steht die Erkenntnis, dass ein kranker Mensch alle Kräfte zur Mobilisierung der körpereigenen Abwehr braucht. Essen und Trinken aber, so Schroth, entziehen dem Körper einen wesentlichen Teil seiner Energie durch die Verdauungsprozesse. Für Schroth hieß Entlastung deshalb vor allem eins: fasten und die Selbstheilungskräfte arbeiten lassen. Die Schroth-Diät ist daher stark kalorienreduziert, basisch, verzichtet auf tierisches Eiweiß, Fett und Salz. Die erwähnten Ganzkörperwickel in den frühen Morgenstunden erzeugen ein künstliches Fieber, das die Durchblutung fördert und den Stoffwechsel anregt. Dabei entgiftet und entschlackt man über die Haut. Wichtig ist auch der Wechsel zwischen Trink- und Trockentagen, sowie zwischen Ruhe und Bewegung. Dies verstärkt den Effekt deutlich.

Sanfte Modernisierung der Kur, um besser auf die Menschen eingehen zu können

Seit 1949 wird am Alpenrand in Oberstaufen nach den Lehren von Johann Schroth geheilt und behandelt. Seit 1969 ist Oberstaufen sogar anerkanntes und einziges Schroth-Heilbad in Deutschland. Die „Original Oberstaufener Schrothkur“ wurde mittlerweile den modernen Erfordernissen vorsichtig angepasst. So können die Kurärzte flexibel auf die individuellen Bedürfnisse jedes Gastes eingehen. Die Grundregeln der ganzheitlich orientierten Anwendung des schlesischen Heilers sind jedoch geblieben.

Wandern statt Wein

Auch wenn Johann Schroth an den Trinktagen noch Wein auf den Speiseplan setzte, so verschreiben die Ärzte heute doch lieber Wandertouren statt Alkohol. Etwa 300 Kilometer Wanderwege gibt es rund um Oberstaufen, in drei Höhenlagen: im Tal, am Berg und noch höher, im alpinen Bereich, wo die Luft besonders gut ist. Auch „Nordic Walking“ ist in dem Hochtal vor der Alpenkulisse schon lange zu therapeutischen Weihen gekommen. Ob mit oder ohne Stöcke: Wandern ist gut gegen Gelenk- und Rückenprobleme, Übergewicht, Herz- und Kreislaufschwäche oder altersbedingte Bewegungsprobleme.
Oberstaufen ist ein staatlich anerkannter „Heilklimakurort“ mit einem therapeutisch wirksamen „Hochgebirgsklima unterer Stufe“. So fördert die gute Luft zusätzlich die körperlichen Abwehrkräfte und stärkt den Organismus.

Positive Effekte bei Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder Arthrose

Die Kombination aus Diät, Packungen und Bewegung hat einen positiven Effekt auf zahlreiche aktuelle Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, hohe Blutfette, erhöhte Harnsäure, Hauterkrankungen, Allergien, Migräne, aber auch Einschränkungen des Bewegungsapparates durch Arthrose, Gicht oder Rheuma. Sehr positiv wirkt eine Schrothkur übrigens auch bei Beschwerden in den Wechseljahren und für viele Gäste ist sie eine wahre Anti-Aging-Kur. Übrigens: Typ-2-Diabetiker können nach einer zwei- bis dreiwöchigen Schrothkur nicht selten die Einnahme ihrer Medikamente drastisch senken oder gar ganz auf das Spritzen von Insulin verzichten.

Schrothen mit modernem Lifestyle in schönen Wellness-Hotels

Heute kombinieren viele Gäste die Schrothkur mit einem Wellness-Aufenthalt in einem der gehobenen Hotels in Oberstaufen. Alphorndusche, Ziegenbutter-Cremebad, Heuwickel von ungedüngten Alpwiesen oder Massage mit Hopfenöl sorgen hier für ein spezifisch bayerisches Wellness-Gefühl. Und dass man bei der Schrothkur einiges an Gewicht verliert, ist ein zusätzlicher Anreiz.

Fotos: © Oberstaufen Tourismus

www.oberstaufen.de

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