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Aktiv unterwegs auf dem Oder-Neiße-Radweg

Am Neisse Viadukt ©Reiner Weisflog

Natur pur und Kulturperlen erleben

Weite Auen, naturbelassenes Ufer, geschützte Flusslandschaft, verträumte Dörfer und historische Städte – entlang von Oder und Neiße verläuft einer der idyllischsten Fernradwege Deutschlands. Im sächsischen Streckenabschnitt warten auf Radler neben der faszinierenden Naturlandschaft sehenswerte Ziele wie die Stadtschönheiten Zittau und die Europastadt GörlitzZgorzelec sowie das Gartenkunstwerk Muskauer Park mit Unesco-Titel. Egal ob bei Naturliebhabern, Aktivurlaubern, Familien oder Wochenendausflüglern – der Fernradweg an der deutsch-polnischen Grenze wird mit seinen Oasen der absoluten Ruhe sowie reichlich Gelegenheit für interessante Stopps und Erkundungen immer beliebter und ist eine Entdeckung wert.

Einmalige Waldpersönlichkeit

Der Oder-Neiße-Radweg verbindet auf 630 Kilometern die Neißequelle mit der Ostseeinsel Usedom. Wer seine Tour am Startpunkt in Nová Ves nad Nisou beginnt, fährt zunächst rund 56 Kilometer über tschechisches Gebiet. Auf dem Weg nach Sachsen passiert man den Dreiländerpunkt, an dem Deutschland, Polen und Tschechien aufeinandertreffen. In der unmittelbaren Nähe liegt Zittau. Hier gibt es mit dem Großen und dem Kleinen Fastentuch gleich zwei sakrale Kostbarkeiten zu besichtigen, die deutschlandweit einmalig sind. Die Leinwände zeigen zahlreiche Szenen aus dem Alten und Neuen Testament und verhüllten einst die Altäre in Kirchen während der Fastenzeit.
Wer nicht nur mit dem Rad unterwegs sein möchte, für den lohnt sich von Zittau aus ein Ausflug mit der Schmalspurbahn in die Kurorte Oybin und Jonsdorf. In den historischen Waggons genießen Reisende die malerische Landschaft des Zittauer Gebirges, das zu Wanderungen z.B. zur romantisch anmutenden Burg- und Klosteranlage Oybin einlädt.
Von Zittau aus radelt man auf dem Oder-Neiße-Radweg einen besonders reizvollen Abschnitt weiter von Hirschfelde bis Ostritz – ganz nah am Fluss bis zum eindrucksvollen Kloster St. Marienthal: Seit 1234 wird es ununterbrochen von Zisterzienserinnen bewohnt und ist damit Deutschlands ältestes Frauenkloster dieses Ordens. Für Tagesausflügler stehen die Klosterkirche, der Garten der Bibelpflanzen und der Klostermarkt offen.
Weiter flussabwärts geradelt sollte man unbedingt Station in Görlitz einlegen. Die Stadt gleicht einem Bilderbuch der Architekturgeschichte. Das einzigartige Flächendenkmal beeindruckt mit Bauwerken aus der Zeit der Gotik, des Barocks, der Renaissance, des Jugendstils sowie der Gründerzeit. Die hübschen Gassen und Plätze der historischen Altstadt bietet eine einmalige Atmosphäre für einen Stadtbummel und für eine Einkehr in eins der gemütlichen Restaurants und Cafés.
Auch ein Abstecher nach Polen bietet sich in der Europastadt Görlitz an. Über die Altstadtbrücke lässt sich mühelos über die Grenze hinüber ans andere Neißeufer ins polnische Zgorzelec flanieren und die Lebensart des Nachbarlandes spüren.

Immer ein tolles Erlebnis

Von der Altstadtbrücke aus genießt man auch das Postkarten-Panorama auf die Görlitzer Peterskirche – hier lässt sich beim Orgelpunkt.12 regelmäßig den außergewöhnlichen Klängen der Sonnenorgel lauschen. Wer mehr Zeit mitbringt oder in Görlitz sogar übernachtet, nimmt am besten an einer der vielfältigen Stadtführungen teil oder erkundet die Geschichte von Stadt und Region in einem der Museen. Ein äußerst beliebtes Freizeitziel für Familien ist zudem der Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec – rote Pandas, Kängurus, Stachelschweine und viele weitere Arten freuen sich hier auf Besuch.
Mancher mag bei seiner Tour entlang der Neiße Lust verspüren, ein Stück des Weges auf dem Fluss zurückzulegen. An der Obermühle in Görlitz werden Kanus und Ruderboote vermietet, mit denen man das idyllische Naturschutzgebiet “Weinlache” mit seinen Seerosenfeldern und vielen kleinen Inseln vom Fluss aus entdeckt. Weitere Möglichkeiten und Einstiegsorte für Paddeltouren mit dem Schlauchboot gibt es an mehreren Stellen entlang des sächsischen Flussabschnitts mit Neisse Tours, Boats & Friends und Engemanns.

Blick von Polen über die Neiße auf Görlitz ©Rainer Weisflog
Tippelmarkt Görlitz ©Europastadt GmbH

Wer lieber mit einer frischen Brise Wind übers Wasser fährt, kommt am Berzdorfer See beim Surfen oder Segeln auf seine Kosten. Das Gewässer, das südlich von Görlitz aus einem Tagebau entstand, kann man freilich auch für eine erfrischende Rast ansteuern. An vielen Stellen direkt am Rundweg ist das Baden im glasklaren Wasser möglich.

Berzdorfer See – Blick von Jauernick ©Europastadt GmbH

Nördlich von Görlitz gibt die weite Landschaft an der Neiße immer wieder Anlass, den Blick wohltuend in die Ferne schweifen zu lassen, während man auf glattem Asphalt auf dem Oder-Neiße-Radweg dahin rollt. In Zentendorf führt der Oder-Neiße-Radweg unmittelbar an der “Geheimen Welt von Turisede” vorbei. Der etwas verrückt anmutende Abenteuer-Freizeitpark lockt mit einer weitläufigen Spiellandschaft, einem Café über der Neiße und phantasievollen Übernachtungsmöglichkeiten in Baumwipfeln – das lässt nicht nur junge Herzen höher schlagen.
An der sächsischen Landesgrenze zu Brandenburg schließlich ist ein Halt im Muskauer Park ein absolutes Muss. Das berühmte Gartenkunstwerk von Fürst Pückler gehört seit 2004 zum UNESCO-Welterbe und erstreckt sich zu etwa zwei Dritteln auf polnischem Boden. Zugleich liegt der Landschaftspark im Muskauer Faltenbogen, der als Geopark ebenfalls UNESCO-Status hat. Den Landschaftsgarten an der Neiße durchstreift man zu Fuß bei einem ausgedehnten Spaziergang oder entspannt in der Kutsche. Schon Fürst Pückler selbst, dessen Leben in einer Ausstellung im Neuen Schloss beleuchtet wird, riet Gästen zu einer solch geruhsamen Erkundungstour. Dabei lassen sich zweifellos nicht nur unvergessliche Eindrücke, sondern auch Kraft sammeln, um später auf dem Radweg durch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wieder selbst aktiv in die Pedale zu treten.

www.goerlitz.de

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